Mediaset, die italienische Mediengruppe, die vom umstrittenen Mogul und ehemaligen italienischen Premierminister Silvio Berlusconi kontrolliert wird, hat ihre Beteiligung an ProSiebenSat.1 in München erhöht und Berlusconi eine ausreichende Kontrolle gegeben, um wichtige Unternehmensentscheidungen des deutschen Senders zu blockieren.

Mediaset erwarb Ende der Woche weitere 3,4 Prozent an ProSiebenSat.1 und beteiligte sich direkt an der deutschen Gruppe, zu der die nationalen Netzwerke ProSieben, Sat.1 und Kabel 1 sowie das weltweite Produktionsunternehmen Red Arrow ( Love is Blind ) gehören. – auf 13,18 Prozent.

Mediaset hält aber auch Derivate, die seinen Anteil an den Stimmrechten von ProSiebenSat.1 erhöhen und der italienischen Gruppe de facto eine blockierende Mehrheit im deutschen Unternehmen verleihen. Berlusconi wird in der Lage sein, bestimmte Entscheidungen des ProSieben-Vorstands zu verhindern und seine Unternehmensstrategie weiter zu beeinflussen.

Mediaset ist Italiens größter kommerzieller Sender und kontrolliert Mediaset Espana, Spaniens führende kommerzielle TV-Gruppe. Es wurde spekuliert, dass Berlusconis großer Plan darin bestand, die italienischen, spanischen und deutschen Einheiten von Mediaset zu einer europaweiten Gruppe namens MediaForEurope (MFE) mit Sitz in Amsterdam zusammenzufassen. Diese Pläne wurden jedoch vom französischen Medienriesen Vivendi, Mediasets größtem Minderheitsaktionär, blockiert.

Mediaset befindet sich derzeit in einem Rechtsstreit mit dem ehemaligen Vivendi-Chef Vincent Bolloré und dem derzeitigen CEO Arnaud de Puyfontaine über einen sauren Pay-TV-Deal im Wert von 1 Milliarde US-Dollar. Vivendi hatte geplant, die Pay-TV-Abteilung von Mediaset für eine gemeldete Milliarde US-Dollar aufzukaufen, widersprach jedoch der Vereinbarung. Mediaset verklagte und behauptete, Vivendi habe sich aus dem Geschäft zurückgezogen, um die Mediaset-Aktie absichtlich zu senken. Vivendi erhöhte seine Beteiligung an Mediaset nach dem Aktiencrash und besitzt nun knapp 30 Prozent des italienischen Unternehmens. Die italienische Regierung untersucht die Angelegenheit und hat am 12. Dezember sowohl Bolloré als auch de Puyfontaine angeklagt.

Mediaset war Berichten zufolge hinter einer kürzlichen Änderung der Strategie von ProSiebenSat.1 zurückgeblieben, bei der der deutsche Konzern Anteile an Nicht-TV-Unternehmen verkauft hat, um sich auf sein Kerngeschäft im Rundfunk zu konzentrieren.

Das Geschäft läuft besser als erwartet. ProSiebenSat.1 meldete vorläufige Ergebnisse, die im vierten Quartal des vergangenen Jahres eine Erholung der Werbeeinnahmen zeigten. Die Gruppe erzielte 2020 einen Umsatz von rund 4,9 Milliarden US-Dollar (4,04 Milliarden Euro) und einen Betriebsgewinn von rund 850 Millionen US-Dollar (700 Millionen Euro).

Rainer Beaujean, CEO von ProSiebenSat.1, sagte, er erwarte, dass COVID-19-Maßnahmen in Deutschland – das Land hat kürzlich die Sperrung von Coronaviren auf Mitte Februar verlängert – das Werbegeschäft im ersten Quartal treffen würden, rechne jedoch mit einer deutlichen Verbesserung des Unterhaltungssegments in das zweite Quartal.

Das Unternehmen wird am 4. März die vollständigen Ergebnisse für 2020 und seine Finanzaussichten für 2021 veröffentlichen.

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